#005 Was sich an Schule verändern muss

In dieser Folge des Edu-Talk Podcast sprechen wir mit Bob Blume über sein neues Buch und die Frage was sich an Schule verändern muss.

Transkription

Viola:
[0:49] Hallo, ich bin Viola.

Martin:
[0:51] Ich bin Martin.

Bob:
[0:52] Und ich bin Bob.

Martin:
[0:54] Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts. Heute zu Gast Bob Blume. Bob, schön, dass du dir Zeit nimmst und
Lass uns doch mal einsteigen ähm mit was ganz Einfachem vielleicht. Vielleicht ist es auch eher schwierig, äh weil die Aufgabe ist in zwei Sätzen mal dich zu beschreiben für jemanden, der dich nicht kennt und dir aber einen guten ersten Eindruck von dir erhalten soll.

Bob:
[1:20] Ich würde mich nennen reflektierten Netzpraktiker mit Hang zur Zuvielarbeit.

Martin:
[1:33] Da steckt ganz schön viel drin.

Bob:
[1:39] Ja, da steckt viel drin. Ähm diese diese Reflektion, das ist ja sozusagen was, was mich äh in meiner.
Arbeit sozusagen seit zehn Jahren begleitet. Das so habe ich ja zu bloggen angefangen. Man könnte ja auch.

[1:54] Negativ formulieren, der kann einfach den Mund nicht halten, das wird auch richtig sein.
Aber ich ich diese Reflektion bedeutet für mich auch immer zu überlegen was mache ich eigentlich, wie mache ich das und wieso mache ich das
Wenn ich das Gefühl habe, dass es möglicherweise so erkenntnisreich, dass andere auch was damit anfangen können, entweder indem sie sagen.
Coole Perspektive oder indem sie sagen, das stimmt überhaupt nicht, ich diskutiere das mit dir aus,
schreibe ich das halt ins Internet und das ist ja relativ häufig der Fall. Dass ich zu viel arbeite, das ist glaube ich immer so die Kehrseite von ähm.
Etwas mag. Ne ich ich finde das immer schwierig, gerade wenn man als Lehrperson im Internet unterwegs ist.
Da muss man glaube ich sehr aufpassen, also unterspreche ich sozusagen dann immer mit mir selber, dass man ähm es auch schafft mal loszulassen, weil ähm ja also manchmal beneide ich sozusagen, das hört sich jetzt echt doof an, aber manchmal beneide ich Leute,
sozusagen nach Hause kommen und dann war’s das mit dem Job. Ähm man ich glaube, die meisten kennen das noch ausm Referendariat. Ja, dass man quasi kein Buch,
Keine Serie, kein Musikstück irgendwie genießen kann, ohne darüber nachzudenken, ob das nicht möglicherweise als Einstieg in die nächste Doppelstunde funktionieren kann. Ganz so schlimm ist es nicht mehr, aber ich muss mir schon dann auch sagen, so,
und jetzt ist abgeschaltet. Jetzt mache ich was für mich oder für die Familie ähm und das hat jetzt nichts damit zu tun.

Viola:
[3:23] Würdest du dich selbst als Schulentwickler bezeichnen.

Bob:
[3:27] Ich glaube schon, aber ich glaube, das hat verschiedene Ebenen. Ähm es ist so.
Wenn ich jetzt zum Beispiel an der eigenen Schule versuche, Entwicklungsprozesse anzustoßen.
Dann hat das ja immer eine andere einen anderen Impact und natürlich auch völlig andere Rahmenbedingungen. Also deshalb würde ich zum Beispiel auch bei meiner Fachliteratur nie wollen oder auch nie die Vorstellung haben, das liest jemand und sagt egal,
Eins zu eins so machen,
So funktioniert Schulentwicklung ja einfach nicht, sondern wenn Schulentwicklung ähm funktioniert, dann ist es ja so, dass da möglichst viele Menschen auch mitmachen.
Und äh das versuche ich an an meiner Schule oder an den Schulen, an denen ich schon bin, ähm auf jeden Fall auch zu machen. Die andere Dimension wäre dann sozusagen Schulentwicklung in einem,
etwas größeren Maßstab. Ähm das heißt.
Ich versuche so ähm Brücken zu bauen für Menschen beispielsweise, die ähm ja jetzt digital arbeiten wollen oder ähm also das ist jetzt vor allen Dingen über Twitter und im Blog oder halt auch aufzuzeigen, so was.

[4:35] Ganz viele Leute haben ja in den letzten zwei Jahren bemerkt.

[4:40] So nicht arbeiten ohne Empfang ein Burnout zu kriegen oder völlig frustriert zu sein oder wütend oder so und da äh habe ich sozusagen aus dieser aus diesem.
Aspekt der Schulentwicklung heraus, also Dinge tun, ähm zusammen mit mit Leuten ähm versucht im Prinzip auch ähm,
sage jetzt mal Hindernisse auszumachen und diese Hindernisse auch klar zu benennen und letzten Endes ist das halt in dem Buch ähm dann auch gemündet. Das ist natürlich sozusagen nicht Schulentwicklung im ganz konkreten Sinne,
Das ist was anderes. Das wird ja tatsächlich bedeuten, dass man.
Auch die Zeit nimmt, zusammen mit möglichst vielen Kolleginnen und Kollegen die Frage zu beantworten, wie eigentlich guter Unterricht, wie Lernen aussieht im 21. Jahrhundert, aber es bedeutet zumindest, dass man in einem größeren.
Tja in einem größeren Rahmen darüber sprechen kann äh wie soll’s eigentlich weitergehen.
Und das hat ganz wunderbar funktioniert im ähm sozusagen dem ersten Halbjahr der Pandemie.
Und äh jetzt merke ich sozusagen, dass diese also ich weiß nicht, vielleicht geht’s euch anders, aber ich ich finde diese Kurve, die flacht wieder ab. Ne, politisch kann man sagen, seit einem halben Jahr,
die Kinder sind uns das Wichtigste,
diese Aussage, die funktioniert immer so lange, wie man überhaupt nichts verändern muss. Äh man sagt einfach so, die Präsenz ist äh wir müssen jetzt in Präsenz, weil die Kinder sind so wichtig,
dass die Kinder wirklich wichtig sind, das merkt man eigentlich nicht, weil sich einfach null ändert und das würde ich gerne.

[6:08] Oder da würde ich zumindest meinen kleinen meinen kleines Steinchen in den großen See werfen um zu sagen Leute wir müssen jetzt da weiter darüber reden, weil
diese äh das, was wir so oft gehört haben, nach dieser nach dem ersten Lockdown. Gott sei Dank geht’s jetzt wieder zurück zur Normalität,
Stimmt halt einfach nicht, weil ähm wir schon ganz lange keine Normalität haben, äh fernab von Corona und Co.

Viola:
[6:31] Du wählst ja für deine Ideen eigentliche,
besondere Medien. Also wenn ihr das so für mich, also ich habe drüber nachgedacht, also was ist eigentlich, wenn eine Lehre auf TikTok sie bewegt? Ähm was motiviert die eigentlich, diese besonderen Formen, also zu wählen, um deine Ideen quasi in die Breite zu tragen?

Bob:
[6:50] Ne ich muss ganz ehrlich sagen, für mich ist das immer ein konstruktives Reinstolpern.
Also ähm ich weiß nicht was Menschen denken, die mir folgen auf unterschiedlichen Netzwerken, aber ich hatte nie eine Strategie.
Sondern ähm ich habe ja angefangen mit mitm Bloggen und ich war also wirklich muss man sagen, sehr sehr wenig erfolgreich.
Und äh das hat mir aber nix gemacht, ja. Es macht mir übrigens auch immer noch nichts, wenn wenn ich einen Artikel schreibe, der durchknallt
plötzlich 20.000 Aufrufe hat
vorgeworfen, ey du hast das strategisch gemacht, ja. Wenn ich drei Tage später äh eine Ballade reinschreibe, so was mache ich für mich immer noch,
und er hat ähdreihundert Aufrufe. Dann sagt mir aber keiner, ey das hat du hast strategisch etwas ganz äh Blödes gemacht, ja, sondern ähm ich mache das meistens aus,
aus einem Impuls raus, aus einer tiefen Neugier ähm bei bei TikTok und wenn das jetzt als Beispiel nimmst, war das zum Beispiel so. Ich habe das überhaupt nicht kapiert und ähm ich wollte äh oder ich ich war als Referent.

[7:55] Zwei Monate später gebucht, um über so Medienwelten von Schülerinnen und Schülern zu reden. Und ich weiß nicht, viele kennen ja vielleicht so diesen Scherz, dass äh irgendwelche,
also das verbessert sich. Jetzt muss man echt auch mal sagen, aber dass irgendwelche größeren Institutionen ähm
solche Fortbildungen machen und das dann nennen, Facebook und Co. Ja, wo wo ich immer so denke, okay, Facebook und Co. Das hat nix mehr mit den Medienwelten unserer Schüler zu tun.
Aber wenn ich über so was spreche, dann würde ich immer gerne die Mechanismen kennenlernen und Mechanismen lernt man halt am besten kennen, wenn man irgendwas macht.
Und durch dieses Machen und und die Reaktion und ähm und das Experimentieren.
Ähm ja gehe ich dann sozusagen da meistens weiter. Was aber dazu führt, dass ich auf sehr unterschiedlichen, also aus meiner Sicht
Mir wurde das letztens auch als problematisch gespiegelt, aber das das muss man dann beurteilen. Aber jedenfalls, ähm dass ich auf unterschiedlichen Netzwerken auch unterschiedliche mhm Rollen vielleicht habe.

Martin:
[8:56] Ja, aber das das ist ja schon interessant, ne, mit ihren unterschiedlichen Rollen und Wahrnehmungen, was ja auch aus der Natur der Netzwerke vielleicht auch bisschen entsteht, äh die ja eigentlich auch eben unterschiedlicher wäre.
Kommunikationskanäle darstellen, also das das finde ich immer ganz interessant, wie du auch sagst, äh die Reduktion, also auf die sozialen Medien,
oder wie du eben gesagt hast, Facebook und Co. Ähm das spiegelt schon auch viel viel wider für diese,
da ist es einfach auch eine Wahrnehmungslücke, sage ich immer, ähm wie sich’s in der Realität inzwischen eigentlich abbildet und wie weit,
auch in der Schule das Ganze oder in Bildungseinrichtungen das auch wahrgenommen wird. Da finde ich ganz interessant dazu. Tschuldige, wenn ich kurz weitermache, ähm dass du ja.
Eine Reihe von äh Veröffentlichungen zu all diesen Themen eben äh schon hattest und auch die beschrieben hast, gerade eben mit unterschiedlichem Erfolg. Und deswegen ist es eigentlich jetzt besonders interessant, dass du dich zum ersten Mal auf neues Terrain,
wagst, nämlich äh eine Art ja man darf sagen Publikumsbuch oder? Kann man das so nennen? Mhm.
Und wie ist denn der Weg dahin dann gegangen? Also was hat dich denn dazu bewogen, dann den Schritt zu gehen, wenn ich mal fragen darf? Bevor wir auf das Buch kommen.

Bob:
[10:12] Ja, es bleibt ja beim Reinstolpern. Ähm das das muss man ganz klar sagen. Ähm es ist so, dass ich ähm.
Grundsätzlich mich mit Leidenschaft, mit Dingen befasse, die mich interessieren,
und zwar wie ich gerade schon gesagt habe, muss ich immer gucken, dass die Leidenschaft nicht dazu führt, dass das quasi übersteuert,
Mittlerweile habe ich da, glaube ich, ein ganz gutes ähm Signal. Also das das muss ja nicht nur bloggen oder schreiben, sondern auch auch schulisch, ne? Wenn man das ist ja vielleicht auch eins der Dinge, die in dem Buch dann ähm.
Ja unter anderem thematisiert wird, wenn man ähm gut arbeiten möchte, dann ähm macht man das meistens trotz des Systems und nicht wegen des Systems und das ist ein großes Problem. Aber grundsätzlich ist es so.
Dass der Weg, den kann man ähm im Prinzip zeichnen von 219 an.

[11:09] Ähm da hat sich ähm eine Literaturagentur bei mir gemeldet. Ähm das kann man sich so vorstellen als ja ähm
als Brücke zwischen Auto und Verlagen. Davor habe ich halt mit den Verlagen immer so gesprochen und verhandelt und diese Agentur hat gesagt, hey, wir haben Blog-Artikel von dir gelesen, wir finden das,
Du kannst schreiben
damals total trocken reagiert, so nach dem Motto man kriege halt viele Anfragen und und muss dann halt sagen so ha ja, ich gucke mal, habe dann da drauf geguckt und dachte, das gibt’s doch nicht, ne? Literaturagentur mit Nele Neuhaus, kann das wahr sein, ja?
Habe mich gemeldet mit denen gesprochen und und ähm die haben gesagt, nee, wir würden gerne was mit dir machen. Was was machst du denn so? Was würdest du denn gerne machen.

[11:51] Und die Bücher, die ich bis jetzt gemacht hatte, das waren alles Bücher, die am weitesten Sinne entweder Fachbücher waren oder sogar ähm ja ähm,
heißt das so ein bisschen despektierlich Geschenkbücher, obwohl ich mich natürlich freue, wenn die jemand auch als
sinnvoll erachtet, aber zum Beispiel mein erstes Buch, das ABC der gelassenen Referendare, als ich das bekommen habe, da da das war wie so ein kleiner Box in den Bauch, weil weil ich sozusagen.
Am Computer sah das so viel größer aus und dann habe ich das bekommen, dann war das so ein kleines Büchlein, ja. Okay.
Aber jedenfalls wollte ich, habe ich gesagt, ja ich ich brenne für Bildung. Ich würde gerne diese Diskussion, die wir ja auch nicht erst seit gestern führen.
Wenn man im Twitterlehrerzimmer beispielsweise vernetzt ist, wird man ja unheimlich viel wiederfinden auch in dem Buch. Die wird das würde ich gerne in die Breite tragen.

[12:41] Und na ja, damals, also ich sage mal, Ende 2019 sagte meine Agentin dann, ah, Sachbücher, ganz schlecht.
Also Sachbücher und dann noch Bildung können wir eigentlich nicht machen, schreib doch was Lustiges. Und dann habe ich so ein bisschen was Lustiges geschrieben,
was auch, glaube ich, nicht wirklich was geworden ist. Also ich schreibe einfach unheimlich gerne, aber das war jetzt nichts, äh wo ich sozusagen richtig hinter war, weil,
Corona begann und äh wie alle, die jetzt im Netz aktiv sind, wissen, ähm während sozusagen, ich sage jetzt mal,
in vielen deutschen Kollegien, die dann ja nicht im Kollegium zusammensaßen, so ein bisschen Ratlosigkeit herrschte, bebte natürlich online der Vulkan. Die Konzepte schossen ausm die Empfehlungen, es war,
So ich glaube auch so im Endeffekt so endlich werden wir mal so richtig gebraucht. Jemand stimmt ja auch, ja? Wir haben,
Davor die Jahre ja Workshops gemacht hier online unterrichten. Es ging jetzt ein bisschen mehr,
Aber ich weiß noch, irgendwie ähm als ich im Nordschwarzwald 212 da meine ähm digitalen Workshops gehalten habe. Da konnte ich froh sein, wenn da drei, vier Leute kamen, so nach dem Motto. Und das hat alles verändert,
die Agentin gesagt, wahr Herr Blume? Wow, Bildung, Sachbuch? Ist doch vielleicht doch nicht schlecht.

[14:00] Und dann ähm kann sich jetzt jeder überlegen, vielleicht so als kleine Denka, der sich mit äh Bildung interessiert, wie würdet ihr ein Buch nennen, ähm in dem’s.

[14:11] Bildung geht. Und ich lehne mich mal ausm Fenster. Ich habe.
Alles einmal im Mund gehabt, ne? Bildungsrevolution Lernen zwei Punkt 0äh Paradigmenwechsel, das neue Lernen, was weiß ich nicht was,
und meine Agentin äh sagte immer ja, Bob, also liest sich gut. Ähm interessante Gedanken,
aber irgendwie was willst denn du eigentlich?

[14:41] So net und es sind ja auch einfach nicht sozusagen, wenn’s ein Publikumsbuch ist, das das soll sollen ja auch Leute lesen, die sollen ja was damit anfangen.
Kommst du an mit New Learning? Also es ist so ein bisschen, ne, wie ich ich weiß nicht, wie wenn du über über Gartenbau äh das ist zu spezifisch.
Und das ging im Prinzip ein Ja. Also ich habe im Endeffekt neun Versionen eines Buches, das nicht veröffentlicht worden ist.
Anfang 2021 habe ich dann wollte ich dann die Flinte ins Korn werfen.

[15:13] Und ähm das habe ich meiner Agentin dann wollte ich da sagen, pass mal auf. Ähm ist total schade, weil ich habe ja irgendwie was zu sagen. Ich
ich spreche und schreibe und so weiter so lange über dieses Bildungssystem und und was uns da man muss ja dazu sagen, dieses Jahr, ich habe so unfassbar viele verzweifelte, frustrierte,
Wut entbrannt Nachrichten gekriegt, vor allen Dingen auf Instagram. Leute, die mir geschrieben haben, wir kommen hier nicht weiter. Wir haben hier nicht die Voraussetzung. Wir haben Kollegen, die gegen uns arbeiten. Wir haben Eltern, die mit uns nicht richtig kommunizieren können.
Das hat alles nicht funktioniert. Ich Nachrichten über Nachrichten, die Leute waren echt und zwar die Engagierten, ne, die gesagt haben, ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr und so weiter und so fort.
Also mega schade und dann habe ich zu ihr gesagt, ich es tut mir leid, aber wir müssen’s lassen. Oder ich schreibe zehn Dinge, die ich an der Schule hasse. Und dann,
kurz Pause.
Ja machen sie das. Ja und ich sagte nochmal, wie bitte?
Machen sie das. Schreiben sie zehn Dinge, die sie an der Schule hassen. Probieren sie’s doch aus. Und dann habe ich mich hingesetzt halbe Stunde das Ding geschrieben, zu ihr geschickt und die hat gesagt, das machen wir.

[16:25] Und ich weiß schon, dass das sozusagen natürlich auch der Titel ist, der sich ähm der sich dann sozusagen festsetzt. Aber im Grunde genommen.
Ist meine Hoffnung ähm klar man kann das jetzt als billigen Trick nehmen, aber meine Hoffnung ist, dass der andere Teil auch nicht verloren geht, weil ich glaube, das Buch ist,
Das hat mir zumindest einer bestätigt, der es gelesen hat, ist kein Hass erfülltes Buch. Sondern ich nehme Dinge, die ähm die große Hindernisse sind, die wütend machen, die frustrieren,
versucht die konstruktiv umzudrehen. Aber ich hätte in der Situation zumindest kein Buch schreiben können, ähm.
Wie wir Schule schöner machen können, so ja ähm im Grunde genommen ist da glaube ich viel von drinnen, aber aber das wäre mir halt schwergefallen. Und vielleicht noch.

Viola:
[17:16] Emotionen.

Bob:
[17:18] Ja genau und ein ein kleiner letzter Punkt noch ähm dieser dieser Untertitel, ein Aufruf vom Bildungsinfluencer und so.
Da habe ich eigentlich gedacht, dass noch die große Kritik kommt. So jetzt jetzt hat er den Verstand verloren und Narzissmus ist auf Social Media sowieso immer ein großes Ding,
Narzisst wird man aber immer nur, wenn man wenn man eine bestimmte Followerzahl hat, ich frage mich manchmal,
ab wie viel Followern man mit offiziellen als Narzisstil gilt. Ist ja auch schwierig, ja. Also man man äußert sich, man will sich äußern und wenn einer sagt, äh der will sich doch sowieso nur groß machen, dann hast du eigentlich keine Argumente. Du kannst höchstens sagen,
Pass mal auf, ich will über die Sache reden, aber es ist halt auch praktisch, wenn mir jemand dabei zuhört, zumindest wenn man denkt,
dass da irgendwie gute Ideen sind und die sind ja auch nicht alle von mir. Ich habe ja unheimlich viel aus dem Netzwerk auch da rein getragen, ja und dieses mit dem Bildungsinfluencer, das wollte ich nur ganz kurz sagen,
das kam noch, weil dieser Titel ja ein Ich drin hat. Und wenn das wirklich ein Publikumsbuch wird, was Leute lesen,
Anfragen, die sich natürlich, wer ist ich? Und wenn da einfach nur steht ja irgendein Typ ausm Internet, ich habe auch erst überlegt, okay halt Blogger oder so,
mit Bildungsinfluencer, das erweckt halt eine bestimmte Assoziation, okay, da der befasst sich irgendwie damit, der hat vielleicht eine eine Reichweite und das war sozusagen der Grund, warum das da noch dazu kam. Weil ansonsten hätte der Titel, die ich,
Schule hast du nicht ganz funktioniert.

Martin:
[18:45] Also zwei Dinge glaube ich, die da ähm
ich denke, man muss sich immer bewusst machen, auch wenn’s immer heißt, ähm so und so viel Follower und so und da sind wir uns ja auch wahrscheinlich einig. Ähm das Ganze ist und bleibt trotzdem eine Blase, die nach wie vor eine begrenzte,
Reichweite hat, also das ist glaube ich schon äh immer wieder so, je nachdem auf welchem Kanal man wählt und es ist sehr kurzlebig und von daher glaube ich ähm ist es schon wichtig, auch mit.
Nur eben mit kurzen äh Nachrichten, kurzen Filmchen hier und Ideen und ähm da hast ja du auch über die Jahre aus der Unterrichtspraxis immer nachgeliefert. Ich glaube, das ist schon wichtig.

[19:21] Dass man auch konkret dann das benennen kann und da ist das Buch ja auch vielleicht mal ein ein schöner und auch deswegen lesenswerter Ansatz ähm dass es eben nicht nur um.
Begrenzte Zeichennachrichten oder oder lustige bunte Nachrichten geht, sondern wirklich auch mit Inhalten hinterlegt ist, die zum Anregen,
die die zum Nachdenken anregen können, also das finde ich schon auch einen wichtigen Gedanken. Ähm zum Narzismus noch ganz kurz ähm ich glaube,
da muss man einfach auch bisschen ähm drüber stehen. Also oder auch unsere Gesellschaft mal sehen, dass einfach eine gewisse
Möglichkeit jetzt auch besteht, Dinge mit ’ner breiteren Öffentlichkeit darzulegen und wer sich dafür interessiert, kann drauf einsteigen und wer sich dafür nicht interessiert, muss auch glaube ich die Souveränität haben dann zu sagen ähm
das ist jetzt nicht meins. Also ich denke, dass da verliert sich manchmal ein bisschen der Fokus auch in der in der Blase. Ich weiß nicht, wie oder wie du das siehst.

Viola:
[20:19] Über den Titel nachgedacht, weil eigentlich Hass ja unglaublich starke Emotion ist. Jetzt ist natürlich die Frage, wo’s die Ursache dieser Emotion oder dieses Begriffes eigentlich ist und wenn ich das richtig verstehe, ist das ja eigentlich der Wunsch, noch Veränderung, oder?

[20:35] Und ähm aus dem Wunsch der Veränderung eigentlich so Art wie soll man sagen, ich verbinde so mit einem gewissen ähm Verzweiflung eigentlich, dass man sagt, eigentlich ist doch der Weg klar und warum nehmen die keine wahr? Ist das auch so richtige Emotion, die damit verbunden ist?

Bob:
[20:49] Ja ja genau, auf jeden Fall.

Viola:
[20:52] Ich glaube, was neu ist, ist eigentlich, dass ähm äh ich sag’s jetzt mal, Provokation als geeignete Stilmittel
für positive Entwicklung im Bildungsbereich eigentlich was komplett Neues ist.
Also ich denke, der Lehrer per se ähm ist ja durch die gewählte Gesprache oder dieses ganze Bildungssystem, was ja immer ganz stark bewusst ähm äh gewisse Verbalisierungen äh verallgemeinerungen, also alles vermieden wird.
Es ist ja traditioneller Bereich und ähm deswegen ähm,
bin äh war ich selber a bissl manchmal irritiert, dass man sagt, ist Provokation ein geeigneter Stilmittel eigentlich oder wie siehst du das?

Bob:
[21:30] Das ist eigentlich das ist echt spannend. Das ist wirklich spannend, dass du was sagst, weil ähm natürlich also ich ähm werde wahrscheinlich kein Geheimnis verraten.
Wenn ich euch sage, dass in gewisser Weise der Vorlauf für mich wichtig war, um mit meiner eigenen.

[21:52] Courage klarzukommen. Also ich habe manche Nacht wach gelegen. Nicht nur.
Dem Titel, sondern natürlich auch wegen den Kapiteln, die,
ja teilweise starke ähm Thesen beinhalten, sagen wir mal so, vielleicht sprechen wir ja nochmal drüber. Aber du hast Recht. Im Prinzip ist das eine Form von Entgrenzung. Und ähm im Prinzip ist das,
Tatsächlich eine.
Wie soll man sagen, eine eine Verbalisierung äh dessen, was sich sozusagen an Netzfrustrationen gesammelt hat, mit der Hoffnung.
Das tatsächlich auch mal Resonanzraum findet, weil wie wie du das gesagt hast. Ich ich weiß nicht ähm auch hier spreche ich so ein bisschen vielleicht zu zu der der
zu der Blase, zu dem Netzwerk. Letztens hat jemand gefragt, was glaubt ihr, wie viele Kollegien,
Das Twitterlehrerzimmer für ein Name ist wie gesagt fünf Prozent oder so das ähm.
Immerhin, ne, fünf Prozent, aber ähm aber es ist doch immer wieder erstaunlich, ähm wenn wir, ich sage jetzt mal, sagen würden, Leuten auf Twitter, nenn mal zehn Begriffe, die irgendwie was mit dem Netz Diskurs zu tun haben.
Prüfungskultur Mehrwert.

[23:10] Digitale Bildung, zeitgemäßes Lernen oder so, dann könnte da, ich bin mir sicher, könnten da in in Twitter-Lehrer unglaublich viele Leute was zu sagen. Und dann kommt man so als als Vorbildner beispielsweise oder als Keynote-Speaker in,
Kollegium vielleicht auch online und da sagen Leute, ey das ist ja echt das ist ja interessant. Das habe ich ja wirklich noch nie gehört. Also never.
Ein echt toller Gedanken an Anstoß. Und das kann ich echt sagen, obwohl ich ich sage mal im letzten Jahr.

[23:41] Ich weiß es nicht. Dreißig oder ich ich weiß nicht. So Fortbildung, Keynotes, Workshops gehalten haben und und insofern ist das glaube ich eher so dieses.
Ja man könnte vielleicht auch sagen wäre vielleicht auch ein Titel gewesen. Es gab mal so ein YouTube-Video.
Von Leuten ausm Twitterlehrer zum und Instalehrerzimmer, das hieß, hört uns zu. Ja, wo Leute gesagt haben, ey, wir können so nicht arbeiten,
Also wir haben nicht die technischen Voraussetzungen, wir haben nicht die wir haben nicht die Expertise, so jetzt hört uns doch endlich mal zu. Ja, jetzt wo ich so sage, wie gesagt, könnte auch ein könnte auch ein Titel sein, da ist Schule aber nicht drin, ja. Und das ist das und im besten Fall,
Also im besten Fall ähm nimmt man dann das Buch und liest das und nochmal, ich ich.

[24:28] Ich weiß nicht, wie ihr es empfunden habt, aber ich habe jetzt nicht das Gefühl gehabt beim Schreiben, dass ich dass ich nur rumkotze oder wie jemand, der jetzt auf LinkedIn gesagt hat so, boah Schule und Hassen in einem Atemzug zu nennen. Wie kannst du denn das hassen, was du tust?
Ähm ich sage ja nicht, dass ich Schule hasse, also im Gegenteil,
Also ich ich nehme ja aus diesem populären Film, den ich an dem ich das Ganze anlehne, zehn Dinge, die ich an dir hasse, übrigens ähm,
Übrigens war dieser US-Film angelehnt an äh Shakespeare äh der widerspenstigen Zähmung,
Ne, ganz gut passt eigentlich. Ähm da da sage ich ja, aber das Schlimmste ist, dass ich dich eigentlich gar nicht hassen kann. Also ich hasse Schule nicht. Wäre ich ja auch völlig bescheuert, sondern ich hasse im Grunde genommen, dass dieses System an vielen Stellen,
Eigentlich das verhindert, was wir dringend brauchen, nämlich eine Weiterentwicklung, die Schule endlich im 21. Jahrhundert ankommen lässt.

Martin:
[25:24] Und was ist sicher plakativ auch eigentlich immer noch auf die Fahnen schreibt.
Nämlich ähm Schülerinnen und Schüler, Jugendliche, Menschen äh die Chance zu geben äh Bürgerinnen und Bürger zu werden, wie ich immer sage. Also aktive Demokratie verstehende, Demokratie schützende ähm,
ihr Leben gestaltende Menschen und das ist finde ich immer der der Widerspruch darin, dass ja plakativ wir nach wie vor diesen Anspruch hegen aber ähm wir kommen vielleicht im Detail noch drauf dann gleich.

Viola:
[25:55] Diese Emotion eigentlich interessant finde ähm oder wichtig finde, dass man sagt ja immer, wir kommen aus einer Krise.
Also man hat das Gefühl, irgendwie jetzt geht’s Richtung Ende, Coronazeit oder also eine Krise ist beendet. Aber im Kern hat ja eigentlich diese,
Krise eigentlich nur die größere Krise vom Bildungssystem eigentlich zutage gebracht. Und wenn man jetzt gefühlt, finde ich als Lehrer weiterarbeitet, haben wir das Gefühl,
okay, die Krise ist überhaupt net vorbei. Es san die Brennpunkte viel deutlicher geworden und ich denke, wenn meine Kollegin blickt, gibt’s schon unterschiedliche Reaktionen, das viele beschreiben, ich bin extrem müde.
Brauche dringend Ferien. Ähm ich weiß nicht, eigentlich wie ich damit umgehe und in dem Sinne sogar eigentlich Wut.
Oder dies so ähm kraftvoll wieder zu formulieren. Eigentlich a Richtung, indem man sagt, es gibt Gott sei Dank aber auch nur Menschen, die Energie haben, wirklich drüber zu sprechen, was wir ändern müssen.

[26:48] Glaube ich, das müssen wir unbedingt achten, dass diese Probleme, die so riesig grad wirklich im Bildungssystem auftreten. Beim eigentlich nur in ein System bringt, indem man das Gefühl hat, dass man handeln kann.
Finde ich dieses Buch eigentlich mit diesem plakativen ähm Hoss auf Schule. Also das äh sicher natürlich man unterschiedlich sehen kann, aber drin steckt eigentlich fui Aktivität und das finde ich unglaublich positiv.
Dass wir einfach Menschen nur Energie haben, die sagen, schaut’s her, es gibt aber Lösungen für das Ganze. Und ähm deswegen finde ich es unglaublich,
ein interessanter Ansatz einfach über das mal zu sprechen, ja was passt denn net und wo muss man eigentlich hin.

Bob:
[27:26] Ich ich würde gerne zwei Punkte nur noch mal rausnehmen von denen, die du gesagt hast. Ich ich glaube das nämlich auch. Ich meine,
diese Metapher Corona als Brennglas oder so, die haben wir natürlich jetzt häufig gehört. Aber im im Endeffekt stimmt das, ja? Also weiß ich nicht, Digitalisierungsdefizit,
Das hat halt so lang keinen interessiert,
wie die Digitalisierung beziehungsweise die fehlende Infrastruktur, die fehlenden Konzepte, die fehlende Unterstützung,
letzten Endes an den Stellen, wo es nötig war, tatsächlich zu Schulausfall geführt hat. Also da mussten die Leute sehen.
Ey Mensch, hier sind ähm Lehrerinnen und Lehrer, die fahren jetzt von Adresse zu Adresse, um ihre Kehrpakete abzugeben. Ähm,
Was die Medien dann gemacht haben, waren natürlich auch ein bisschen bisschen wenig. Zu sagen so hier haha die Lehrer, ne? Weil das waren ja sogar die Engagierten. Es gab ja auch diejenigen, die sich dann in Garten gesetzt haben.
Genau darum genau darum geht’s, ja? Zu sagen im Endeffekt,
hat die eine Krise, nämlich die Coronakrise, die tatsächliche Krise ähm aufgewirbelt. Nur jetzt grade.
Finde ich schon, dass wir seit geraumer Zeit auch wieder erkennen, dass es halt ganz starke Tendenzen äh dahin geht, zu sagen so ja komm, jetzt ist aber auch gut.

[28:50] Jetzt haben wir das mal gemacht. Jetzt haben wir sie mal ein bisschen drüber diskutiert. Ähm wann ist eigentlich die nächste Klassenarbeit, ne?

[28:57] Und ja und da und das ist zu wenig.

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Martin:
[29:15] Lass uns doch mal ins Buch reinschauen Bob. Ähm wir haben natürlich äh wollen hier nicht alle zehn,
genau diskutieren und vor allem äh auch die die vielen Lösungsansätze, die du ja auch bietest, ähm sondern lass uns einfach mal mit einem einstecken und und du hast ihn auch als Punkt eins gewählt und das ist auch das, was äh in den in der Mediendiskussion, auch wenn wir mit Erziehungsberechtigten und Eltern spricht, immer die größte Sorge ist äh durch Unterrichtsausfall
der Stoff. Die Kinder versäumen den Stoff, der wie sollen sie den äh nachholen? Wie soll man den aufholen? Ähm.
Du du bringst ganz viele Punkte in in dem Kapitel dazu äh steigst mit dem äh ja auch.
Ja Zitat von Winfried Kretschmann ein. Äh man könnte an den Feelen ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen.
Drehen wir doch mal den positiven Ansatz an, benanntes ähm der Stoff steht über allen, ist das, was äh nicht gut ist äh was wären denn dann die wie wär’s denn zu beheben deiner Meinung nach?

Bob:
[30:16] Ja, zunächst mal, indem man seine Haltung und seine Perspektive versucht zu ändern, ähm indem man schaut.
Was passiert schon und wie können wir das produktiv nutzen? Also ich gebe mal ein Beispiel ähm die Sechstklässler haben im im ersten Corona-Lockdown Klammer auf.
Wir hatten an unserer Schule den großen Vorteil, einen extrem fähigen Systemadministrator zu haben. Einige Leute, die sich mit digitaler Didaktik auskennen,
und letzten Endes auch ein einigermaßen funktionierendes System, Klammer zu, das war ja auch nicht überall so und ähm ich habe mit Sechstklässlern,
zunächst mal über den Messenger geschrieben.

[31:01] Als sie sich dran gewöhnt hatten, haben die selber im Messenger geschrieben und Aufgaben verteilt. Danach haben sie die Aufgaben, nachdem sie die verteilt hatten, auf kollaborativen äh Dokumenten zusammengearbeitet, also auf Eather Pads.
Haben das, was hinterher kontrolliert wurde von den Edgar Pads auf Telegraph, das ist so ein Instant-Blogging, ähm.
Hochgeladen und das dann wiederum auf gestellt und sich dort dann gegenseitig kommentiert. Die haben unglaublich viel gemacht.
Aber so gut wie nichts davon ist Teil ich sage jetzt mal des.
Verifizierten oder zertifizierten Curriculums. So, jetzt könnte man sagen, ja doch, okay, die das KMK-Papier von 216, das bildet ja genau die Sachen ab. Ja, ja, schon.
Aber die Frage war dann ist dann sozusagen nur ja haben die jetzt das mit den Fabeln gelernt oder nicht?
Keine Ahnung vielleicht ja werden sie in der 11 Klasse denken so oh ich kann mich gar nicht mehr an so viele Fabeln erinnern.
Aber möglicherweise ist das gar nicht so schlimm, wenn sie diese kleinen Kurztextchen.
Auf eine ganz andere Problemlösende, kollaborative Art äh erarbeiten können. Und ich glaube, das haben das ist sozusagen das, was ähm das Hauptproblem ist, dass man.

[32:30] Übrigens auch Eltern natürlich, aber äh weil sie’s nicht anders, ich sage jetzt mal in Anführungsstrichen, gelernt haben,
warum ist die Klasse, warum ist die eine Klasse ein Kapitel weiter? Was bedeutet denn ein Kapitel weiter sein, ja? Sondern zu gucken, was was macht ihr eigentlich? Was übt ihr eigentlich,
Und wenn ich jetzt noch einen einen größeren äh sozusagen einen größeren Block davon abmachen kann. Das Problem ist,
Anspruch und Wirklichkeit des Bildungsplans ähm.
Sind da nicht in Einklang zu bringen. Beispiel, achte Klasse, Geschichte. Ich soll von 1siebhundertneunundachtzig, also von der Französischen Revolution bis zum Ende der Weimarer Republik durchkommen.
So und dann dann kommt so, ne, 1815 bis äh bis zum deutschen Kaiserreich. Dann kommt die Industrialisierung und dann kommen so lustige Sachen wie, dann kommt so eine Doppelseite und dann sage ich so, jetzt haben sie Statistiken analysieren, gelernt.
Natürlich völliger Quatsch ist. Wenn ich wenn ich wirklich mit denen mich mit Statistiken beschäftigen würde, dann brauche ich eigentlich sechs Stunden.
Also ähm.

[33:38] Im Prinzip, um das zusammenzufassen. Wir müssen mehr den Blick auf das lenken, was sie schon gemacht haben, die Schülerinnen und Schüler oder was sie machen, versuchen das mit den Inhalten zu verbinden.
Und letztlich darauf dringen,
Mal geschaut wird, wie schafft man es denn tatsächliche Kompetenzorientierung? Weil das ist ja im Grunde genommen nicht schlecht,
aber so auszugestalten, dass es nicht um so ein kleines, zerfasernes Abhaken von Kleinsthäppchen geht, sondern um tatsächliche Zusammenhänge.

Viola:
[34:13] Woher kommt es für die, die das festhalten an diesem Lehrplänen oder enormen Inhalten? Also für dich als Erklärung, also woher kommt das? Es ist einfacher abzubilden oder oder.

Bob:
[34:27] Überhaupt keine Ahnung. Das ist ja sozusagen
das ist ja sozusagen Kritikpunkt von mir. Woher kommt das? Ja woher kommt das zum Beispiel, dass wir seit zehn Jahren äh im Abitur nur Bücher von Männern lesen? Liegt das daran, dass nur Männer Bücher schreiben oder ähm,
Woher kommt das? Ich weiß es nicht. Das das würde mich auch mal interessieren, ja. Das ist ja sozusagen der große Unterschied,
einer Netzkultur die offen über solche Dinge debattiert auch hart mit sich ins Gericht geht,
manchmal ein bisschen zu hart finde ich. Ich finde zum Beispiel sprechen sollte man miteinander immer können, auch wenn man unterschiedliche Ansätze hat. Aber die sozusagen.

[35:04] Solche Dinge eröffnet. Also ich habe oft das Gefühl, ähm dass sozusagen institutionell vom Bildungssystem.

[35:12] Nicht nur ein top-down Prinzip herrscht, da könnte man ja noch sagen, ja gut, also da kann natürlich auch nicht jeder, äh der irgendwie sich auf die Fahne schreibt, jetzt Bildungsexperte zu sein, sofort zum Kultusminister gewählt zu werden. Ja, darum geht’s nicht,
Dass diese Prozesse mal transparent gemacht werden. Warum ist das so? Warum warum gibt es eine Reform und dann wird plötzlich gesagt,
Ja, übrigens äh ab jetzt äh müsst ihr übrigens äh den Holocaust ein Jahr früher machen.
Können die das, also Pierge oder also hä sind die Lernpsychologisch schon soweit oder oder nicht? Ähm,
Es wird so gesagt, ja Mensch ähm es wäre doch eine gute Idee,
mit meiner 1112 Klasse vier Lektüren zu machen, ne und zwar Thomas Mann, 350 Seiten Kafka, 3hundert Seiten,
und Corpus Delicti. Nee und da merken die nee ist eigentlich zu viel. Also die nächsten Abiturienten ne die die kommenden,
diese zwei Bücher weniger. Die müssen 600 Seiten weniger lernen, meine aber nicht. Das geht irgendwie nicht. Kann man warum ist das so? Ich weiß es nicht,
Aber ich finde, dass Bildungssystem oder die Verantwortlichen, die sollten äh sozusagen es mal hinkriegen, die Strukturen, die wir schon längst haben,
informelle und formelle mal miteinander zu verknüpfen. Anderes Beispiel, nur ganz kurz, dann höre ich auf auszurasten.

[36:35] Wir haben im im Grunde genommen Ende März 2tausendzwanzig,
Die ersten Konzepte wie digitales Fernlernen aussehen kann.

[36:45] Warum gab’s die? Weil es Praktika gab und auch Theoretiker und die Vernetzten, die sich vernetzt haben, die aus der eigenen reflektierten Praxis gezeigt haben, wie kann digitaler Fernunterricht aussehen.
Da wurde ja sogar in so einem Book Run von Tim Canterrad dieses dieses Hybridbuch dann rausgebracht,
Die Kultusministerkonferenz beziehungsweise nicht die Kultusministerkonferenz, sondern in Baden-Württemberg gab es die Empfehlungen zum digitalen Fernunterricht. Im Dezember zweitausendzweiundzwanzig.

[37:19] Und zwar genau zu dem Zeitpunkt, wo Fernunterricht dann natürlich auch gar nicht mehr das war, was man machen sollte,
So, mir ist schon klar, dass solche bürokratischen Prozesse lange dauern können
Wenn die so lange dauern, dass keiner überhaupt mehr irgendwas gebrauchen kann, dann muss man sich dann doch überlegen, wie schaffen wir es jetzt mal, die Expertise, die schon da ist, zu verbinden äh mit einer, ich sage mal, mit einem bestehenden System.
Weil wenn man das nicht äh hinkriegt, dann äh ja, dann muss man sich dauernd diese Frage stellen, wieso ist denn das eigentlich so? Und äh dass du diese Frage gestellt hast, die Frage selbst finde ich zeigt eigentlich eher schon.
Ich sage jetzt mal, ähm ein Hauptproblem dieses dieses Systems.
Weil ich dauernd mich frage. Warum ist denn das jetzt so? Warum müssen, warum müssen wir das denn jetzt genau so machen? Kann mir das irgendeiner erklären? Und irgendwie, ich sage jetzt mal, äh.

[38:17] Das hört sich echt, das hört sich, finde ich, so fundamental immer an, aber so von von Seiten der Bürokratie,
habe ich oftmals das Gefühl, dass unsere Frage dann nicht ernst genommen wird.

Martin:
[38:30] Das glaube ich.

Viola:
[38:31] Die am Kern eigentlich, dass man Rahmenbedingungen ja verändern muss oder? Also dass ich ja im Prinzip ähm hier hat man ja diese starke Doktrin, also der Lehrplaninhalte,
im Prinzip sehr viel Veränderung ja blockieren, weil es klassische Argument ist ja immer ähm eure Ideen sind alle ganz toll, aber wie schaffe ich das zeitlich? Geht’s ja um eine feste Rahmenbedingung zu verändern,
Im Prinzip ja auch mehr Zeit auch zu ermöglichen, neue Wege von Lernen und Lernen auszuprobieren und eben weg von dieser Stofffülle.
Du sprichst in dem Buch ja eigentlich immer zweite große Rahmenbedingungen, die ja sehr viel diskutiert wird.
Nimmer mal Zitat einfach raus. Durch die Aussicht auf Belohnung, durch gute beziehungsweise die Furcht vor Bestrafung durch schlechte Noten sollen die Schüler dazu gebracht werden, sich mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen,
Zitat eben aus dem light Praxis und das ist ja eigentlich im Kern für mich zumindestens die zweite große ähm,
Blockade in der Veränderung.
Ähm wie verstehst du das? Also welche Bedeutung können Noten haben, sollen Noten haben und was muss sie eigentlich hier verändern, damit wirklich Entwicklung stattfinden kann.

Bob:
[39:42] Im Grunde genommen habe ich ähm und ich möchte dem dem Herrn, der dieses Kapitel geschrieben hat in dem Leitwagen Schulpraxis da nicht zu nahe treten, aber,
Ich habe dieses Kapitel als ähm also ich habe ja äh einige Bücher noch sozusagen ähm davor danach und und neben nebenbei gelesen und ich dachte die ganze Zeit äh in diesem Kapitel zu Noten das das kann der doch nicht ernst meinen.
Also das kann doch nicht ernst gemeint sein. Äh da gibt’s ja auch so diese diese These quasi. Ich meine, das steht da so, ne, das das Lernen Lehramtsstudenten.
Ja, aber im Grunde genommen sind das völlig abgefahrene Thesen. Eine schlechte Note, motiviert dann irgendwie dazu, sich näher damit zu befassen. Hä?

Martin:
[40:24] Es ist aber weit verbreitet. Es ist weit verbreitet.

Bob:
[40:25] Ja, aber das habe ich neu aber das ist einfach völliger Humbug und völliger Quatsch, also,
das Gegenteil ist ja der Fall. Ähm schlechte Noten führen dazu, dass äh führen zu einer.
Schlechte Noten, also brauche ich gar nicht mehr zu lernen, also lerne ich weniger, also kriege ich wieder schlechte Noten. Aber ähm der der Punkt an der ganzen Geschichte ist, aus meiner Sicht auch nicht nur.
Dass das Versprechen der Noten nicht eingelöst wird.
Nämlich Rückmeldefunktion, Berichtfunktion, ne? Da müsste man ja im Prinzip nur sagen, okay, also jeder von uns kapiert den Unterschied zwischen einer eins und einer fünf.
Aber was genau ist denn eine Drei? Also was wenn wenn ich jetzt äh fragen würde oder wenn wir jetzt danach fragen, die die Podcast-Hörer so wie fandet ihr den Podcast drei.
Ist eine drei? Also habe ich das jetzt geschafft oder nicht geschafft oder war es interessant oder nicht interessant? Es es hat einfach keine Aussagequalität und und,
Unser gesamtes Handeln an etwas festzumachen, was keine Aussagequalität hat. Das ist schon ein starkes Stück.

Martin:
[41:32] Absolut, ja.

Bob:
[41:33] Der andere Punkt, der den ich aber glaube ich ähm auch stark machen möchte, ist dieses.
Ich nenne das Kapitel ja Noten als ähm ähm ihre Reflexe. Also so dieses ne, der Hund,
Man gibt ihm was zu essen, klingelt und wenn das nächste Mal klingelt, äh dann dann läuft ihm das Wasser immer zusammen. Im Grunde genommen finde ich, trainieren wir Schülern.
Neugierde ab, weil es um einen Austausch geht. Es geht immer nur dadrum.

[42:09] Es geht natürlich nicht immer nur dadrum, das versuche ich ja, das zu verhindern. Das sieht man in Arbeitsgemeinschaften, meine Medien AG, die oder die Theater-AGs, die ich gemacht habe. Da sind Schüler, die arbeiten so unfassbar viel, wie man’s im Unterricht nie sich wünschen könnte.
Gehen weg und lesen erstmal anderthalb Stunden in einem Text, der Sie interessiert, weil sie die Rolle spielen wollen und so. Aber im Grunde genommen, was wir machen, ist, wir sagen mach was, du kriegst auch was. Hier ist dein Austausch. Hier ist deine 2 Plus.
Übrigens, du kriegst nur eine Fünf, aber aber du kannst es sowieso vergessen, denn wir erinnern uns an das Kapitel mit den Prüfungen. Die Prüfung ist ja an einer Stelle,
völlig sinnbefreit ist,
Am Ende einer Einheit, wo ich dann, ne, wir wir alle, wir alle Lehrer kennen doch dieses, diese bescheuerte Aussage, die wir Eltern und Schülern äh geben, wenn wir sagen.

[43:01] Gut, wir müssen jetzt hier weitermachen, ähm aber es wäre gut, wenn du das dann nochmal wäre gut, wenn er es nochmal wiederholt. Also da kriegt jemand eine Fünf.
Das heißt, er genügt sozusagen oder oder nicht er, sondern sozusagen die Fähigkeit, die dafür benötigt wird, die ist eben nicht gezeigt und jetzt soll dieser Schüler, während wir das Neue machen, was am besten noch darauf aufbaut,
gleichzeitig das andere wiederholen. Völlig bescheuert. Und was, wie gesagt, was Noten angeht, ich verstehe schon diese Selektionsfunktion,
ja? Ähm aber das habe ich jetzt nicht im Buch geschrieben, aber ich denke seit geraumer Zeit über dieses ähm über ein System nach,
Habe ich aber nicht auf die Schnelle gefunden, was in Harvard anscheinend praktiziert wird, zu sagen, okay ähm bestehen, nicht bestehen mit Auszeichnungen bestehen. Von mir aus.

Martin:
[43:49] Ja, aber so.

Bob:
[43:50] Dann kannst du nämlich sagen, dann kannst du nur nur ganz kurz, dann kannst du nämlich wenigstens sagen, okay, man muss halt einen Mindestmaßstab erreichen, das ist auch wichtig und ob das dann sozusagen individuell geregelt werden kann, kann man noch eine ganz andere Frage.
Aber ähm es geht halt eben nicht mehr darum, so zu tun, als wenn dieses durchselierte Notensystem tatsächlich objektiv weil überlide oder reliable ist. Das ist es nämlich nicht.

Viola:
[44:14] Vielleicht dabei dieses ähm dieses Notensystem natürlich in ganz viel verschiedenen Aspekten übergestülpt wird. Also geht’s jetzt um die Frage,
um einen Abschluss erreicht. Man da ist ja das, wie du beschreibst mit Bestanden, nicht bestanden ähm eine Form der Rückmeldung. Geht’s äh dass man Noten benutzt ähm um Rückmeldung für den Lernprozess,
zu erheben, was man ja eigentlich net tut, weil man aus der Rückmeldung wie du sagst, drei Jahr wenig rausnimmt,
Oder geht’s jetzt eigentlich um äh Rückmeldung fürs Elternhaus, dass das Kind genügend Anstrengungsbereitschaft bezahlt? Und ich glaube, dass da voll das Problem drin liegt, dass man für diese ganzen verschiedenen Funktionen ein System verwendet und das sind Noten von eins bis sechs.
Im Grund Ding ähm ja Entschuldigung.

Martin:
[44:59] Nee, nee, ich wollte dich nicht unterbrechen. Entschuldige.

Viola:
[45:03] Natürlich glaube ich, was ähm schonend so als Gedanke spielt, äh dass man aus der eigenen Schulzeit natürlich,
wenn Noten schlecht waren, also wie der beschreibt, dass die motiviert werden, dass Angst vor Bestrafung natürlich das Asp,
war, je nachdem, was Bildung zu Hause für einen Stellenwert hat, dass natürlich die Reaktion der Eltern durchaus Einfluss wieder genommen hat auf das Ganze. Aber dass das ja eigentlich net das ist, was in der Schule uns motiviert und ähm man was ja eigentlich fürs Lernen steht.

Martin:
[45:30] Ich glaube halt auch, dass das das Grundproblem ist, dass es ja jeder nur so kennt und ähm ich bin mit ganz vielen Punkten da auch ähm absolut bei euch. Ich
halt zum Beispiel
die die Aussage ja 3,5 ist ’n solider Schnitt für ’ne Klassenarbeit wie man sie immer noch hört, weil es die Gausche Normalverteilung ist. Ich meine dann bestätigt man sich, dass man in der Breite unterdurchschnittlich gearbeitet hat, in dem Notensystem. Also nicht, dass sie das für,
für sinnvoll heute, aber 3,5 heißt einfach, dass man die Mehrheit äh oder zumindest die Hälfte nicht äh,
wirklich gut gearbeitet hat. Wenn das ein Zeugnis ist, das man sich gerne ausstellt für eine gemeinsame Arbeitsphase und Lernphase halte ich das für schwierig schon mal oder das anstrebt. Andere genau den Eltern
nur den Einsatz noch ähm mit den Eltern. Ich denke mir, die kennen’s halt nicht anders und ich ich habe schon immer gesagt am einfachsten wär’s, man würde von der Grundschule an.
Endlich umstellen, dann bräuchten wir zwölf, 13 Jahre
einfach auch die die Kinder das nicht anders kennten und die nächste Generation an Eltern würde es auch anders kennen dass es äh nicht so funktioniert aber es ist ja wirklich so ein weites Feld
wo wo es nicht nur mit Lehrern eben geht, sondern wo auch die Schülerinnen und Schüler ja teilweise selber die Frage kennen wir ja alle, gibt’s da eine Note drauf?
Äh im du bereitest tollen Unterricht vor, denkst dir super Sache und dann kommt die Frage, äh gibt’s da eine Note drauf? Äh wo das.

Bob:
[46:52] Genau, aber das ist ja genau diese Konditionierung, ja.

Martin:
[46:55] Ja, ja, genau.

Bob:
[46:56] Kennen wir ja alle auch das das Gegenteil. Ähm nämlich, wenn die Frage nicht gestellt wird oder es klingelt, aber Sie machen weiter.
Wissen wir, wir haben gut gearbeitet. Ja, aber das aber das ist ja im im Grunde genommen auf auf Zufall und ähm eine kleine ähm eine kleine Anekdote. Mein damaliger Pädagogik.
Dozent. Der hat mir gesagt, dass seine Mutter.
Die war natürlich, ich sage jetzt mal, im im äh Deutschland im Nachkriegsdeutschland ist sie zur Schule gegangen. Die konnte wirklich alle Latein äh äh Franz Französisch Vokabeln auswendig, ne?
Warum? Der Lehrer, der hat unheimlich hart geschlagen. Der Punkt war, die konnte kein Wort Französisch.
Konnte nur die Vokabeln auswendig. Ne, also wenn man sozusagen diese Form von in Anführungsstrichen Motivation als ausschlaggebend nimmt, äh dann ist halt die Frage, was genau lernt man. Ähm man man lernt, dass sozusagen ähm.
Lernen selbst ein Prozess ist, der von außen durch ich sage jetzt mal nahezu Gewalt evoziert werden muss,
Es gibt so viele Leute, die sagen, äh also so was Richtiges lernen ist, habe ich erst nach der Schule gemerkt,
Und das ist ja also schlimmer kann ja sozusagen das Zeugnis für für ein Schulsystem da nicht mehr ausfallen.

Martin:
[48:16] Nee. Nee, erschreckend, ne.
Ähm wenn man mal sagen wir mal du hast jetzt dieses Buch geschrieben und ähm.
Du würdest gefragt werden nach einer gewissen Zeit, äh ob du zufrieden auch bist, ähm weil als Autor hat man ja bestimmt auch immer bestimmte Wünsche, Vorstellungen, äh wie das
Publikum, sage ich jetzt mal, das Buch annimmt. Ähm was werde ich für dich ein Fazit, wo du sagst, ja ähm da habe ich was erreicht, was ich wollte.
Wie würdest du denn das festmachen.

Bob:
[48:49] Ich glaube, wenn ich es schaffen würde, ich ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das ob das zu hoch gegriffen ist, ja ähm aber wenn ich es schaffen würde, dass wir.

[49:04] In Deutschland über diese Punkte wieder wieder weiterreden, wieder mehr reden. Also ich weiß nicht, wie’s euch geht. Ich meine, logischerweise, wir haben gerade Krieg in Europa. Es ist es gibt einfach grade natürlich
massiv große Probleme, die auch besprochen werden müssen, das ist ja ganz klar.
Aber rein medial hatte ich schon das Gefühl, dieses Bildungsthema ist wieder eingeschlummert. Und das können wir uns nicht leisten.
Ich wäre ja völlig ähm ähm überheblich, wenn ich sagen würde oh ja dieses Buch das wird für die Veränderung äh sorgen und so weiter, nee,
Gut wäre oder freuen würde ich mich also erstens, wenn das Buch Menschenlesen.
Die ähm wie gesagt jetzt vielleicht nicht in der Filter Bubble grad hocken, äh sondern die sagen,
Das ist ja so so ein bisschen der die Hoffnung, dass dieser Titel auch ein trojanisches Pferd ist, ne?
Man kauft das, weil man vielleicht einfach ah ja genau das Bildungssystem ist blöd so und dann liest man das und denkt so
hey aber wow okay was wie ähm man kann so digital arbeiten echt das geht und es gibt schon Leute die das machen und es gibt schon Konzepte ähm ja aber so ich würde mich nicht dahinstellen und sagen okay Veränderungsprozess sondern wenn ich,
dadurch den Diskurs, der ja sowieso schon jahrelang herrscht, sichtbarer machen kann, dann würde ich mich freuen.

Viola:
[50:27] Wenn du eine Sache im Bildungssystem sofort und nachhaltig ändern würdest dürftest. Welche wäre das?

Bob:
[50:37] Grad überlegt, ob ich utopisch, idealistisch oder pragmatisch antworte. Ich antworte mal pragmatisch.

[50:46] Mehr viel mehr flexible Stunden für die Schulen.

[50:53] Ich glaube das wäre einfach schon das wäre einfach schon riesig. Also damit man eben auf der Ebene der Schule.
Überlegen kann, können wir es schaffen Schülerinnen und Schülern mehr Freiraum zu geben
allen, ja, im Sinne von Partizipation und und Mitarbeit an der Schule möchten wir ein Friday machen, wo Schülerinnen und Schüler sich Projekte selbst aussuchen. Wie schaffen wir es zu fördern und zu fordern?
Und zwar ohne dass wir die ganze Zeit das Gefühl haben ja Entschuldigung Herr Kollege aber wenn ihr jetzt hier ein Deutsch würdest das haben wir in Mathe nicht eher eine Stunde genug,
Dieses ewige Geschache. Ja, ist schon klar, dass das ein Personalproblem ist, aber
letzten Statistiken so anhöre, also die KMK hat ja gesagt, sie brauchen noch 30tausend, eine Studie, die neue
den Namen leider nicht. Vielleicht könnt ihr’s ja verlinken. Sagt achtzigtausend und seitdem äh die Ukrainekrise äh anherrscht beziehungsweise der Krieg äh spricht man ja von hundertdreißigtausend. Also das Problem, der mangelnden Lehrkräfte
ähm das das haben wir ja sowieso ist schon klar, ne? Deshalb ist es vielleicht pragmatisch und idealistisch. Aber noch mal,
flexible Stunden, sodass Schulen auch mal die Zeit hätten, äh sich mit Pädagogik zu befassen,
Das wäre schon ein ganz genialer Punkt, finde ich.

Viola:
[52:15] Braucht dann die Schule, um so arbeiten zu können? Die Schule als Organisation deiner Meinung nach.

Bob:
[52:22] Na ja ähm in dem Kapitel über äh Lehrkräfte habe ich ja ähm spreche ich ja die These aus, die die bei mir sagen wir mal mehrere Jahre gebraucht hat, um zu wachsen.
Aus meiner Sicht muss jeder Lehrer, jede Lehrerin ähm geschult sein in Schulentwicklung.
Weil Schulentwicklung als Frage danach, wie man miteinander lernt
wie man im Team kooperiert, wie man bestimmte Änderungsprozesse anstößt und so ist tausend Mal wichtiger als die Frage, ob man in Minute siebeneinhalb eine Gelenkstelle nicht funktional genug gemacht hat.
Ja? Ähm also.

[53:03] Ich glaube, dass Schulen daran kranken, dass es sozusagen die, ich sage jetzt mal, Idealisten gibt und die und die Engagierten, die sagen, hey, wir müssen irgendwie das Lernen verändern und dann sagen ein paar Leute.
Machen wir aber, haben wir auch keine Lust. So, machen wir nicht. Und die kommen damit durch. Also.
Entschuldigung, ich da muss ich jetzt natürlich hier ein ganz schwieriges Thema, aber die kommen damit durch.
Es ist nicht nur so, dass Engagement in den meisten Fällen nicht goutiert wird im Schulsystem, sondern das Nicht-Engagement auch nicht sanktioniert wird.
Und äh was müsste sich verändern, um das zu tun? Na ja, äh Stunden nützen nix, wenn äh wenn das dann so aussieht, wie ein schlechter pädagogischer Tag.
Und um jetzt nicht zu ähm negativ zu wirken.
Kennen ja oder oder es gibt doch diese tollen Beispiele davon, wie beispielsweise pädagogische Tage ähm im Sinne von Barcamps organisiert werden. Wo wo Kolleginnen und Kollegen, die seit Jahrzehnten im Schulsystem sind, plötzlich sagen,
Wow, was war das denn für eine Atmosphäre, da ich ja richtig was mitgenommen, ey, das waren so cool und alle haben diskutiert. Ja und was kommt dann?
Dann kommt der nächste Tag. Wann kommen die nächste Klassenarbeit? Ja wie weit sind wir denn mitm Stoff? Und dann ist man wieder in diesem Dreh.

Martin:
[54:24] Ja, man müsste da ansetzen und einfach sagen, ähm das ist das, was für Lehrerfortbildung glaube ich generell gilt. Ähm,
A natürlich die klassische Form der Fortbildung mal überdenken, aber B auch, wie du schon sagst, die Stunden, aber dann auch Stunden für die Kolleginnen und Kollegen das umzusetzen und wirklich zu sagen, ja ähm wenn ich jetzt eine Konsequenz erkenne oder eine eine ein Handlungsfeld, dann würde ich das gerne auch mit
gewissen Freiheiten umsetzen können, äh die einfach organisatorisch auch einen entsprechenden Rahmen bedarf. Das ist sicherlich ein großer Punkt.

Bob:
[54:55] Ich ich mein Problem mit mit Leuten, ähm die sagen, eigentlich müssten wir alles nochmal auf Start setzen.
Also eigentlich brauchen wir die Revolution,
Mein Problem damit ist ja äh und damit meine ich jetzt nicht dich, sondern sozusagen um noch mal auf auf meine Antwort. Meine Antwort ist ja, wenn man so will.
So ein bisschen konservativ. Die die ist ja innehalten, innerhalb des Systems situiert. Aber mein Problem ist.
Unabhängig davon, dass man so sagt, so ja was willst du denn den den tausenden von Mitarbeitern äh sozusagen von Kultusministerium bis oberster Schulbehörde sagen. So jetzt hier tschüss, wir wir organisieren das jetzt neu. Du müsstest dann im Prinzip sagen, so okay, wir brauchen jetzt alle Mann,
Müssen die Schulen jetzt eigentlich alle nochmal ein Jahr schließen. So, damit wir uns mal wieder neu aufstellen können oder lass es mal ein halbes Jahr sein, ja? Das geht nicht,
Ich glaube sozusagen der ähm und und damit will ich auch gar nicht also ich glaube das ist noch nicht mal pessimistisch, sondern du kannst halt den du kannst ja nicht den laufenden Betrieb einfach auf Stopp setzen für für so lange wie du brauchst. Was aber geht.

[56:02] Ist Dinge rauszunehmen, was gehen würde, wäre zu sagen, das, was wir draufgepackt haben,
Machen wir jetzt wieder runter. Ich meine, Entschuldigung, wer sagt, wer sagt denn, ich bekenne mich in Mathe null aus, aber wer sagt denn, dass man genau bis zu dem Punkt,
kommen muss im Abitur. Wer sagt das denn? Wer legt das denn fest, dieses Niveau? Wer sagt denn, dass man bis äh ich weiß nicht, Mauerfall kommen muss. Müssen wir das. Ist eine ist eine offene Frage. Wer legt das denn fest?
Genauso wie festgelegt wurde, ja Mensch, eigentlich können wir doch,
Also ähm sozusagen lernen ähm Lernprobleme gibt’s ja immer nur, wenn das ja durch durch eine Pandemie zustande kommt, wenn man von G9 auf G8 geht, ist das ja anscheinend kein Problem, ne?
Also das liegt ja jemand fest. Und genauso wie jemand festlegt, jetzt mach doch bitte die die Digitalisierung, die Inklusion und die Integration nochmal alles schön drauf,
Genauso haben äh sozusagen diese,
ähm Strukturen auch die Möglichkeit, Dinge wegzunehmen und das sollten sie langsam tun, denn auch hier, ich weiß nicht, wie es euch geht, aber,
so rein anekdotische Evidenz, es gibt unglaublich viele richtig gute Leute, die aus dem Schulsystem rausgehen, weil sie sagen, ich hab’s versucht, ich hab’s jahrelang versucht, hatte geile Ideen, ich werde nur gebremst, so kann ich nie arbeiten.

Martin:
[57:27] Ja, na, das ist ähm das nehmen wir jetzt mal als Schlusswort in in Form von der Aufforderung ähm wirklich zu überlegen, was
weil ich teile die Ansicht, dass man eine Revolution ist nicht das, was uns jetzt wirklich weiterbringt äh und weil ja auch keiner weiß, wie die genau ausschauen soll, äh wie du sagst, wie soll das administrativ allein laufen und so realistisch muss man einfach sein, aber es gäbe genug Stellschrauben wirklich, die auch gar nicht so viel Mut erfordern würden, sage ich immer. Das finde ich immer, das Faszinierende, das ist, wo man einfach sagt, machen wir halt einfach mal
Bestimmte Ressourcen frei und
da werden wir glaube ich uns schon einige. Ich kann allen, die ähm jetzt sagen, hm, da waren aber viele Gedanken dabei, die ich gerne weiterverfolgen würde, wo ich noch weiter Anregungen hätte und auch eben Lösungsideen. Nur nochmal äh empfehlen dein Buch,
sich äh zu Gemüte zu führen. Ähm und wirklich sich mit den zehn Dingen, die Schule,
hassenswert erscheinen lassen, zu beschäftigen, aber vor allem und da möchte ich deinen äh Satz vom Anfang nochmal aufgreifen, ob äh,
vor allem nicht davon ableiten zu lassen, äh wie wir sie ändern können. Also ich glaube, das ist wirklich der der wichtige Punkt äh und da finden auch.
Auf äh wirklich in vielen Seiten viele gute Ideen. Ähm Viola und ich möchten uns bei dir bedanken für deine Zeit für den Podcast. Ähm uns hat’s sehr Spaß gemacht, Viola, oder?

Viola:
[58:49] Mich mir bedanken für die Einblicke und einfach das was Dinge motiviert und bewegt den Menschen, weil ich finde das immer sehr interessant.
Ähm dass man einfach gewisse Dinge besser versteht und für mich jetzt wahrgenommen als jemand, der einfach mit viel Liebe, Schule verändern will, einfach aus der Motivation raus, weil’s um die Kinder geht.
Hoffe und wünsche mir das wirklich von Herzen, dass du mit deinem Buch das erreichst, was für dich persönlich als Ziel gesetzt ist.
Und nehme für mich mit einfach das ähm mal diese Diskussion offen führen muss dies die Diskussion wichtig ist,
und das einfach auch über die mediale Aufmerksamkeit man natürlich auch Einfluss äh den Menschen zukommen lässt, ähm die einfach wirklich ähm.
Auch mit Ideen aus der Praxis einfach kommen, denn und das geht’s glaube ich um Menschen aus der Praxis zu hören.
Mit denen vernetzen, die dann die Rahmenbedingungen setzen, damit sie Schule im Sinne der Kinder wirklich weiterentwickeln kann. Und ich wünsche mir, dass das Buch wirklich ein Beitrag zu dem Ganzen sein kann. Vielen Dank für diese Zeit.

Bob:
[59:50] Danke für die Einladung. Vielen Dank.

Martin:
[59:53] Dann bis bald. Liebe Hörerinnen und Hörer, danke Ihnen fürs Dabeisein. Die nächste Folge vom Podcast finden Sie über unsere Kanäle und Website heraus. Eine gute Zeit und danke, bis dann. Tschüss.